Eine Studie des Zentrallabors Deutscher Apotheker, die unlängst in der Pharmazeutischen Zeitung publiziert wurde[1], untersuchte insgesamt 24 Internetangebote zu einem verschreibungspflichtigen Haarwuchsmittel mit dem Wirkstoff Finasterid, bei denen fehlende Geschäftsbedingungen oder andere Formulierungen auf „möglicherweise unseriöse Geschäftspraktiken hindeuteten“. Alle gelieferten Arzneimittel waren illegal. Ein großer Anteil konnte als Fälschungen identifiziert werden, bei denen trotz identischer Wirkstoffbezeichnung oder Handelsnamen Inhalt und Qualität nicht mit dem Originalpräparat übereinstimmten. In einigen Fällen war zwar der Wirkstoff enthalten, aber in deutlich geringerer Menge. In einem Präparat fanden sich zudem nicht näher identifizierbare Bestandteile.
In einer Mitteilung[2] der US-amerikanischen Arzneimittelzulassungsbehörde FDA wurde vor kurzem auf unseriöse Internetangebote zu den Schlaf- und Beruhigungsmitteln Ambien, Xanax, Ativan sowie zu dem Antidepressivum Lexapro hingewiesen, die auch mit dem hochpotenten Neuroleptikum Haloperidol, ein Wirkstoff zur Behandlung der Schizophrenie, verunreinigt waren. Die Einnahme dieser gefälschten und mit Haloperidol-versetzten Arzneimittel birgt die Gefahr schwerer Nebenwirkungen.
Verbraucher und Patienten sollten nach den Worten des BfArM-Leiters Prof. Dr. Reinhard Kurth, „Internetangebote zu Arzneimitteln sehr genau auf ihre Seriosität prüfen: Arzneimittelwerbung per unverlangter Email oder das Angebot verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne Rezept liefern zu können, sind Hinweise auf unseriöse Anbieter. Wer Arzneimittel von solchen Anbietern erwirbt, läuft Gefahr, Arzneimittelfälschern aufzusitzen und seine Gesundheit zu gefährden.“
[1] http://www.zentrallabor.com/download/pz2007_8.pdfhttp://www.zentrallabor.com/download/pz2007_8.pdf
[2] http://www.fda.gov/bbs/topics/NEWS/2007/NEW01564.htmlhttp://www.fda.gov/bbs/topics/NEWS/2007/NEW01564.html
Ausgabejahr: 2007
Erscheinungsdatum: 05.03.2007